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Text: Peter Schitz | Fotos: Skipper Christian Plomer
Route: Marmaris - Ekincik - Golf von Fethiye Kapi-Bucht - Ekincik - Marmaris | 134 Seemeilen
Yacht: SUNNY (Sun Odyssey 36i)

1.Tag - Anreise nach Marmaris

Taxi um 3.00 und Abflug um 5.15 - was für ein Start in unseren Segelurlaub! Der kurzweilige Flug nach Dalaman und zwei Stunden Taxifahrt in einem komfortablen Kleinbus bringen uns schlussendlich in die Marina von Marmaris, wo wir ein mustergültiges Boot namens „Sunny“ von einer sehr kompetenten und angenehmen deutschen Mitarbeiterin der Charterfirma übernommen haben.

Nach einem späten Mittagessen in der Marina, Einkaufen bei Migros zu Golfpreisen, Ausrasten und Duschen gab es einen Abendtrunk in der Old Castle Bar am Hügel nahe des Hafens mit einem traumhaften Blick über Marmaris. Entsprechend entspannt sind wir in die Stadt gegangen - mit Ergebnis, dass Gerald zwei verschieden große Schuhe gekauft hat. Aber der Umtausch war problemlos Das Abendessen in einem einfachen Imbisslokal hinter der Partymeile war ein Genuss: Bier wurde aus der Umgebung herangekarrt, Kaffee kam aus dem Nachbarlokal - ein angenehmer Abschluss dieses Tage war dann das Leeren einer Weinflasche durch Peter und Christian („Routenbesprechung für den nächsten Tag“ ;-).

2.Tag - Fahrt in die Bucht von Ekincik

Der Wetterbericht verspricht ein gutes Segelwetter: „BodMa So12:W-NW;2-3 So18:W-NW;2-3;0.5m Mo00:NW;2-3;0.5m Mo06:NW-N;2-3;0.5m Mo12:W-NW;3 Mo18:W-NW;2-3 Di00:SW;0-2“
Die übliche Abfahrtszeit war wieder mal 1100 - aber zuvor gab es Frühstück mit Kräuteromelett vom Captain, Obstsalat, türkischem Kaffee und vielem mehr.

Der Segeltag verlief angenehm - Wind und Wellen waren genau richtig - und wir konnten uns bei raumem Wind in Ruhe an das Leben an Bord gewöhnen. Das - fast - perfekte Ende war das Ankern in der Bucht von Ekincik. Eine große Bucht, eingesäumt von wunderschönen Bergen und drei Restaurants am schwarz-braunen Sandstrand.

Danach ging's in das Restaurant in dem Christian bei einem Törn im letzten Jahr war. Aber zuvor war der Außenborder in Betrieb zu nehmen - Peter musste alles Wissen aus seiner Mopedzeit hervorkramen und schlussendlich die Zündkerze tauschen. Schließlich doch noch im Restaurant angekommen, lernten wir zwei deutsche Auswanderer kennen: Veronika aus München und den 71-jährigen, ehemaligen Camel-Werbefotografen Achim. Sie lebt derzeit in der Nähe von Bodrum; er mit seiner Frau in der Nähe von Datca. Beide auf einem Segelboot unterwegs - das war eine angenehme und interessante Begegnung! Leider hat uns dann die Schlussrechnung so schockiert - 100TL (€ 45) für eine Vorspeisenplatte! - dass wir am Tag darauf noch davon redeten.

3.Tag – Ausflug ins Dalyan-Delta und das Antike Kaunos

Bereits am Vortag gebucht - die findigen Ausflugsboots-Skipper klappern alle ankernden Boote ab - machten wir uns zu viert auf einem Boot für 20 Leute auf den Weg zu den antiken Stätten von Kaunos.

Auf dem Weg dorthin sahen wir wundervolle Naturschauspiele: eine Höhle am Meer mit Öffnung in die Nachbarbucht, einen wunderschönen, langen Sandstrand und am Weg durch das grüne Flussdelta vor Kaunos auch noch eine große Wasserschildkröte. Beeindruckt von den Resten der auf einem Hügel mit unglaublichem Ausblick liegenden, antiken Stadt Kaunos wurden wir in die nahe gelegene Stadt Dalian gebracht.  Dort konnten wir einkaufen und am Wasser sitzend, mit Blick auf die fantastischen Felsgräber im Berg vis a vis, unser - vorher preislich perfekt ausverhandeltes - Mittagessen genießen.

Auf der Rückfahrt zu unserem Boot verspeisten Christian und Peter fangfrische, gedämpfte Krabben - ein echter Genuss! Am Abend gingen Regina und Peter die Nachbarbucht laufend erkunden. Danach gab es Abendessen an Bord - perfektes Nudelsugo vom Captain!
Der Abendumtrunk an Bord war wieder sehr gemütlich!

4.Tag - Fahrt in die Kapi-Bucht im Golf von Fethiye

Abfahrt um 1130 bei klarem Himmel - früher ging es einfach nicht - wir genossen das Leben am Boot zu sehr!
Wir hatten einen wunderschönen Segeltag mit relativ ruhiger See und gutem Wind bei Windstarke 3-4. Die absolute Belohnung für brave Segler wie uns, war dann die Bucht von Kapi. Eine idyllisch, zwischen Hügeln mit Olivenbäumen, gelegene Bucht mit nur einem Restaurant ganz ohne Dorf, aber einem Kai zum Anlegen.

Die Abendstimmung am Steg des Restaurants war einer der Highlights. Nur ein Schwarm von Insekten beschäftigte uns und die anderen Gäste. Die vom Bedienpersonal zur Abhilfe herbeigeholten, rauchenden Kohlen schufen einen Flair, der die ehemaligen Japan-Reisenden Christian und Peter an alte Projektzeiten erinnerten.

Der Abend Klang dann wieder am Boot aus - und nach einer Flasche Wein und etwas Raki wünschten wir uns eine gute Nacht.

5.Tag - Rückfahrt in die Bucht von Ekincik

Nach langem Überlegen und Abwägen entschieden wir uns statt eines Segeltages im Golf von Fethiye für die Rückfahrt nach Ekincik, um am Tag darauf zum Kap Karaburun SW-lich von Marmaris zu segeln. Die Fahrt wurde von genialem Wind begleitet und wir erreichten die maximale Rumpfgeschwindigkeit von 7,3 Knoten - das Vibrieren war deutlich zu hören. Und die Crew konnte einige Manöver unter fachkundiger Anleitung des Captain durchführen - genial!

In der Bucht angekommen wurde schnell in einem kleinen Laden im nahe gelegenen Dorf eingekauft, danach gingen Regina und Peter auf bekannten Wegen laufen. Abschluss des Tages war das beste Essen des Törns im Restaurant Likya - Eintopfgerichte - und ein Wiedersehen mit Veronika und Achim!

6.Tag - geplante Fahrt zur Bozukkale Bucht beim Kap Karaburun

Der Wetterbericht „BodMa Do12:NW-N;3-4(6-7);0.5m Do18:NW-N;4(6-7);1m Fr00:NW-N;5;1m Fr06:N;5-6;1m Fr12:N;5-6;1m Fr18:N;5;1.5m Sa00:N;4-5;1m“ zeigt frischen Wind in der Griechischen Ägäis!

Der anfangs geniale Segeltag mit Bootsgeschwindigkeiten bis zu 6 Knoten wurde auf halbem Weg unterbrochen: der Wind frischte so stark auf und war zu böig um die Fahrt auf das geplante Ziel, die Bozukkale Bucht beim Kap Karaburun SW-lich von Marmaris, fortzusetzen. Grund für den starken Wind war ein Meltemi in der griechischen Ägäis, dessen Ausläufer auch in diesem Teil der Türkei zu spüren sind. Also entschied sich die Crew für die Umkehr und die Fahrt in den Heimathafen in Marmaris.

Am Weg dorthin gab es noch einen Badestopp in einer Bucht mit zu vielen Böen und zu viel Traffic durch ankernde Boote - aber Schwimmen ging sich aus und war ein Genuss. Die weitere Rückfahrt war geprägt von Frontalwind und Böen bis 30 Knoten und entsprechender Gischt. Letztes Highlight des Tages war das Anlegen in der Marina von Marmaris - der Captain hat das Boot bravourös durch eine schmale Gasse zwischen angelegten Booten manövriert und perfekt "römisch-katholisch" angelegt - Super!

Wobei für so manche das echte Highlight die 1. warme Dusche an Land nach 5 Tagen war.

Zum Abendessen blieben wir dem kleinen Lokal vom 1. Abend treu und schwangen später noch Mojito-schlürfend das Tanzbein in einem der Marinalokale - ein echter Spaß!

7.Tag - Bucht von Marmaris

Nach einem Spiegeleifrühstück und Betanken des Bootes im Hafen liefen wir für einen gemütlichen Segeltag bei schwachem Wind aus. Gleich nach der Hafenausfahrt sichteten wir eine große Schildkröte.

Danach wurden Segel gesetzt und Wende und Halse geübt - eine tolle Sache, denn bei Schwachwind kann nichts schiefgehen! Der größte Spaß war Schwimmen unter Fahrt an der ausgeworfenen Heckleine - bei 3 Knoten Fahrt hat man(n) keine Chance mehr mit dem Boot mitzuhalten.

Mittags wurde in einer kleinen Bucht - erstmalig! - mit Landleine geankert, der selbstgemachte Nudelsalat (Restlessen) verspeist und anschließend ein letztes Mal geschwommen. Und das unter Beobachtung bzw. mit Blick auf ein Boot voller, teilweise nackter Anabolika-Russen! A echte Hetz!

Während der letzten halben Stunde Fahrt unter Motor war die Crew in der Sonne an Deck und der Captain am Steuer. Wehmütig liefen wir ein letztes Mal im Hafen ein und übergaben unsere Sunny an das Charterpersonal. Aber es war uns ja noch eine Nacht Schlafen an Bord vergönnt!

 

Schlussbemerkung des Skippers:

Es war ein gelungener Törn mit einer tollen, harmonischen Crew, wunderschönes Segeln und wir hatten auch jede Menge Spaß zusammen!

 

Lokaltipps als Alternative zu den im Artikel beschriebenen -teilweisen- Nepp-Preisen: