Teneriffa im November

Als Kanaren-Fans auf der Suche nach Wärme und Sonne im November sind wir erneut auf der Größten und Vielseitigsten des Inselarchipels angekommen. Hier erwarten uns eine Vielfalt an Vegetationsformen, authentische Städte und Küstenorte, sowie urwüchsige Natur- und Schutzgebiete, welche zu Erkundung und ausgedehnten Wanderungen einladen, uns schöne Impressionen vermitteln und neue Plätze entdecken lassen

La Orotava

Porís de Abona – traditionelles Fischerdorf in der Gemeinde Arico im Südosten

Kaum touristisch erschlossen und mit viel authentischem Charme, bewohnen wir hier ein gemütliches Apartment auf einer Anhöhe mit Blick auf die Bucht und den nahen Leuchtturm – Faro de Punta de Abona. Es bildet den Startpunkt für unsere zahlreichen Unternehmungen mit dem Leihwagen.

Teno-Gebirge: wilde Barrancos und grandiose Steilküsten im Nordwesten

Im Teno-Gebirge laden ausgedehnte Lorbeerwälder unter dem Einfluss von feuchten Passatwinden zu ergiebigen Touren ein. Unsere 3-stündige Rund-Wanderung auf abwechslungsreichen Pfaden im Parque Rural de Teno führt uns auf der Hochfläche durch bewaldete Hänge um die Ortschaft Erjos. Wir passieren drei Teiche, Steinmännchen und einen Erdwall und blicken vom Mirador Monte de Aqua hinab zum Meer.

Anaga-Gebirge: Naturschutzparadies Parque Rural de Anaga 

Das zerklüftete Gebirgsmassiv im Nordosten ist vulkanischen Ursprungs und erhebt sich bis auf 1.000 m. Die feuchteste Region der Insel mit täglichem Niederschlag aus Passatwolken ist sehr grün und durch dichten Lorbeerwald und moosbewachsene Baumheide geprägt. Schmale, kurvenreiche Straßen erschließen Täler und kleine Orte. Am Kamm des Massivs befindet sich der höchste Punkt beim 1.024 m hohen Cruz de Taborno.

Unsere Rundwanderung führt uns auf der Anaga-Höhenstraße zum Parkplatz La Ensillada. Durch einen märchenhaften Nebelurwald gehen wir entlang bemooster Sträucher und mannshoher Farne zur Aussichtsplattform Cabezo del Tejo. Wir blicken hinab zur Küste zwischen El Draguillo und Almáciga, während Nebelschwaden über den Kamm ziehen.

Bereits in unserem ersten Teneriffa-Urlaub vor vielen Jahren hat uns dieses einzigartige Ökosystem äußerst fasziniert.

Eine weitere klassische Wanderung im 1994 gegründeten Naturschutzgebiet führt auf alten Pfaden in das Dorf Chinamada, in welchem die Ureinwohner der Insel – Guanchen – in Wohnhöhlen lebten. Wir sind diesmal mit unseren Freunden Christine und Rupert aus Wagrain unterwegs, welche für einige Tage auf die Insel gereist sind, um mit uns die schönsten Plätze zu besuchen.

Vom kleinen Bergdorf Las Carboneras wandern wir auf ansprechenden Wegen bei Sonnenschein entlang von Terrassenfeldern und Lorbeerwäldern, passieren ein einzelnes Gehöft samt Schaf- und Ziegenherde, und erfreuen uns an berauschenden Tiefblicken in zerklüftete Täler. Wenige der Höhlenwohnungen in Chinamada sind noch heute bewohnt. Wir nutzen den Aufenthalt für eine kleine Pause in der Bar La Cueva und einen Abstecher Richtung Mirador de Aguaide samt toller Fotomotive, ehe es auf einer kaum frequentierten Straße zurück nach Las Carboneras geht.

Eine weitere empfehlenswerte Tour starten Chris und ich vom Cruz del Carmen aus, einem Aussichtsplatz mit Kapelle und Besucherzentrum. Durch den Bosque de los Enigmas – einen Wunderwald voller Rätsel und Paradies für Wanderer – gelangen wir zum Mirador de Zapata mit eindrucksvollen Tiefblicken. Und wiederum tauchen wir durch den Lorbeerwald in den mystischen Zauber des Parque Rural de Anaga ein.

Santa Cruz de Tenerife – Inselhauptstadt am Meer

Santa Cruz de Tenerife – die Inselhauptstadt mit ihren vielfältigen Facetten ist ebenso sehenswert. Wir parken zentral und starten am Mercado Nuestra Señora de África mit üppigem Angebot an über 300 Verkaufsständen.

Vorbei an Markttor und Uhrturm, spazieren wir durch die Fußgängerzone bergauf Richtung Parque Municipal Garcia Sanabria in einer ruhigen Wohngegend. Unterwegs bewundern wir an der Plaza de Patos kunstvolle Sitzbänke mit bemalten Fliesen im maurischen Stil, sowie einen plätschernden Brunnen, ehe wir unseren Rundgang an der Plaza de España beenden. Hier beeindrucken das Cabildo Insular – Gebäude der Inselregierung-, sowie das Monumento de los Caídos zum Gedenken an die Gefallenen des spanischen Bürgerkrieges.

Valle de la Orotava – weitläufiges Tal auf stetig ansteigendem Plateau

Hier im Inselnorden gibt es, neben der Besichtigung der zum größten Teil unter Denkmalschutz stehenden Altstadt von La Orotava, zahlreiche lohnende Wanderwege entlang duftender Kiefern- und Baumheidewälder. Schon der Naturforscher Alexander von Humboldt pries die Schönheit dieser Region auf seinen Forschungsreisen.

Am Parkplatz im Naherholungsgebiet La Caldera starten wir unsere Wanderung zu den Los Organos, einer beeindruckenden, durch Erosion geformten Felswand, welche an steinerne Orgelpfeifen erinnert. Während der ansprechenden Drei-Stunden-Tour sind wir auf einem Höhenweg entlang duftender Kiefernwälder unterwegs, passieren das Dorf Aguamansa und genießen schöne Blicke ins Tal. Am Unterstand Choza el Topo legen wir eine Pause ein, ehe wir wieder talwärts entlang von Baumheide, Steinmauern und einzelnen Gehöften zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Die zauberhafte Altstadt von La Orotava gilt als die Schönste der Insel und lässt uns zusammen mit Christine und Rupert einen netten Tag verbringen. Wir starten an der Plaza de la Constitución mit der Iglesia de San Augustin und erfreuen uns im Botanischen Garten – Jardines del Marquesado de la Quinta Roja – an exotischen Gewächsen, lieblichen Teichen und einem fulminanten Ausblick hinab zur Küste. Das hiesige Mausoleo Masónico steht ebenfalls am Programm.

Auf unserem Rundgang passieren wir die Casa de los Balcones aus 1632 mit den inseltypischen Balkonen aus kanarischem Kiefernholz, sowie die Kirche Nuestra Señora de la Concepción an der Plaza Casañas. Ende des 18.Jh erbaut, ist sie seit 1948 ein Nationaldenkmal.

Parque Nacional Las Cañadas del Teide – seit 2007 UNESCO Weltkulturerbe

Eine Wanderung zu den Roques de García lässt uns zusammen mit Christine und Rupert in die faszinierende Welt der las Cañadas eintauchen. Im gigantischen Vulkankrater auf über 2.000 m und am Fuß des Pico del Teide sind wir auf einem Rundweg, startend vom Mirador de la Ruleta, am Sendero Nr. 3 unterwegs. Diese Hochgebirgsregion ist hauptsächlich von Flechten, Moosen und Teide-Ginster geprägt.

Wir passieren einzigartige Felsformationen mit klingenden Namen wie „Finger Gottes“ (Roque Chinchado) und „El Catedral“ und genießten großartige Ausblicke zum Gipfel und auf die Hochfläche Llano de Ucanca.

Den Gipfel des 3.715 m hohen Teide haben wir bereits vor Jahren mit einer Spezialgenehmigung bestiegen – ein unvergessliches Erlebnis!

San Cristóbal de La Laguna – seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe

Die Universitätsstadt im Norden der Insel – kurz La Laguna genannt – ist äußerst sehenswert.

Mit Christine und Rupert starten wir an der ältesten Kirche – Iglesia Nuestra Señora de la Concepción aus 1497. Das Wahrzeichen der Stadt mit hohem Glockenturm steht seit 1948 unter Denkmalschutz. Wir spazieren durch schmucke Gässchen mit einladenden Cafés und Geschäften, vorbei an der Plaza de Adelantado samt indischen Lorbeer- und kanarischen Drachenbäumen, dem Casino und im barocken Stil erbauten Palacio Salazar.

Sogar ein rauschendes Fest mit mitreißenden Tänzen und Gesängen können wir miterleben. Den Abschluss bildet der ehemalige Convento de San Agustin, ehe es wieder zurück nach Porís de Abona geht.

Esperanza Wald – am Rand der Cumbre Dorsal oberhalb der Stadt La Laguna

Vom schmucken Bergdorf Las Rosas aus führt eine lohnende Wanderung entlang immergrüner Lorbeer- und Eukalyptuswälder, sowie endemischer Pflanzen durch den Bosque da La Esperanza. In diesem beliebten Wandergebiet am Rand des zentralen Gebirgskamms genießen wir beeindruckende Ausblicke Richtung Teide und zur Küste.

Garachico – 1496 gegründetes Städtchen im Nordwesten

Auch diese idyllische Sehenswürdigkeit zeigen wir unseren Freunden. Von italienischen Kaufleuten gegründet, entwickelte sich Garachico im 16./17. Jh zum wichtigsten Hafen der Insel. Vom Mirador El Guincho aus können wir bereits einen ersten Blick auf das liebliche Städtchen werfen.

Danach parken wir zentral und flanieren entlang der Meerwasserschwimmbecken zur sehenswerten Altstadt mit dem Castillo de San Miguel und der Iglesia de Santa Ana. Hier besteigen wir sogar den Kirchturm und genießen einen schönen Ausblick auf die Stadt und zum Meer. Auch die Iglesia de Nuestra Señora de los Ángeles an der Plaza de la Libertad besichtigen wir und speisen inseltypische Tapas-Gerichte.

Auf der Heimfahrt machen wir einen Stopp beim Drago Milenario im schmucken Städtchen Icod de los Vinos, inmitten einer fruchtbaren Gegend landschaftlich genutzter Terrassen. Die Hauptattraktion bildet der mehrere Jahrhunderte alte Drachenbaum – Drago Milenario. 21 m hoch und mit wuchtigem Stammumfang gilt er als der Älteste der Insel und ziert einen botanischen Garten mit Kräutern und endemischen Pflanzen. Bereits vor vielen Jahren konnten wir ihn zusammen mit unseren Kindern bewundern.

Granadilla de Abona – Gemeinde im Süden am Fuße der Cumbre

Eine 3,5-stündige Rundwanderung führt Chris und mich von der 650 m hoch gelegenen Ortschaft auf anfangs schmalen Wegen und danach durch lichte Kiefernwälder hinauf zur Montaña Rica, und nachfolgend zur Montaña Colorada – stets begleitet von imposanten Ausblicken. Am Gipfel beim Monumento überrascht uns ein kurzer Sprühregen, danach folgt ein teils feuchter Abstieg entlang landschaftlich genutzter Terrassenfelder, ehe es abschließend eine kulinarische Stärkung bei Sonnenschein in Granadilla gibt.

Nach angenehmen Sonnentagen milden Klimas und mit zahlreichen neuen und unvergesslichen Eindrücken sind wir nun am Ende unseres Urlaubes angekommen und kehren wieder in unsere mittlerweile winterliche Heimat zurück –

aus Teneriffa,

der sehenswerten „Insel des ewigen Frühlings.“