Wanderung Gösing – Tormäuer – Ötschergräben

Eine landschaftlich sehr schöne Wanderung in den Ybbstaler Alpen von Gösing (890 m) über Erlaufboden (640 m) in die Hinteren Tormäuer, durch die Vorderen Ötschergräben, Einkehr beim Ötscherhias (680 m) und vom Bahnhof Erlaufklause (830 m) zurück mit der Mariazellerbahn

Entlang des Baches

Tourlänge 11,7 km | Aufstieg 430, Abstieg 505 Höhenmeter | Gehzeit 3 3/4 Stunden

Ausgangspunkt

Ausgangspunkt ist der Bahnhof Gösing an der Marialzellerbahn (890 m) oder bei Übernachtung das Alpenhotel Gösing unterhalb des Bahnhofs.

Abstieg nach Erlaufklause

Die Wanderung startet hinter dem Alpenhotel Gösing, vorbei zwischen Terrasse und Außenpool sowie Biotop. Kurz nach dem Schranken zweigt Wanderweg Nr. 13 rechts in Wald 1 Stunde hinab Richtung Erlaufboden ab. Gleich in der zweiten Kehre eröffnet sich ein erster Ausblick auf den Ötscher in der Morgensonne, die Gemeindealpe und hinunter auf den Erlaufboden, wohin wir absteigen. Der Weg führt recht direttissimo bergab, immer wieder verschiedene Fahrwege querend. Stöcke sind hier von Vorteil, speziell wenn es ein paar Tage zuvor geregnet hat und der Boden rutschig ist – für den Rest der Tour können sie jedoch wieder weggepackt werden.

Unten am tiefsten Punkt der Wanderung angelangt, geht es rechts weiter auf dem Fahrweg, der in weiterer Folge in einer langgezogenen Linkskurve in die Siedlung Erlaufboden führt. Bei den Häusern zuerst über einen Bach und rechts haltend ein kurzes Stück über die Bundesstraße, dann über eine Brücke über die Erlauf zu einem Parkplatz. Hier starten viele Touren, wie in die Vorderen Tormäuer, zum Trefflingfall, für hochmotivierte sogar bis auf die Gemeindealpe (6 h) und eben unsere Tour in die Vorderen Ötschergräben bis zum Ötscherhias (2 1/2 h, Weg 14/16).

Hintere Tormäuer

Beim Parkplatz und den Infotafeln über den Naturpark Ötscher Tormäuer starten wir in die Hinteren Tormäuer. Hier gibt es eine Kassabox für ein paar Euro Naturparkeintritt, die der Erhaltung der Wege und Steige im Naturpark zu gute kommt. Der Weg führt malerisch am Waldrand, durch Buschwerk oder, wo die Feldwände enger zusammenrücken, näher an der Erlauf stromaufwärts zum Kraftwerk Wienerbruck. Auf einer schmalen Holzbrücke wechseln wir unterwegs auf die andere Seite der Erlauf, gehen weiter unterhalb hoher Felsen abwechselnd mit Wald, wenige Meter oberhalb der Erlauf mit wunderschönen Ausblicken und Fotomotiven. Für das letzte Stück zum Kraftwerk wechselt der Weg wieder auf das ursprüngliche Ufer zurück.

Je weiter wir stromaufwärts kommen, desto näher rücken die Felswände immer weiter zusammen und die Erlauf fließt durch enge Durchlässe, welche sie sich im Jahre der Jahrtausende gegraben hat. Nach etwas über 6 km und 2 h erreichen wir den Stierwaschboden mit dem Kraftwerk Wienerbruck. Eine Infotafel am Weg erklärt die Sage vom Stierschwanz in den hinteren Tormäuern, namensgebend für den Stierwaschboden und die Stierwaschmäuer. Kurz davor machen wir bei einem idyllisch gelegenen Bankerl Rast, mit Blick auf einen kleinen See im Unterlauf des Kraftwerks.

Beim Kraftwerk gibt es dann einige Varianten zum Weitergehen:

  • Abkürzen – neben dem Schrägaufzug des Kraftwerks führen Treppen hinauf, auf Weg Nr. 14 in 50′ zur Bahnstation Wienerbruck. Dabei erlebt man jedoch die wildromantischen Ötschergräben nicht.
  • Unsere Tour – wir gehen noch 1 1/4 h weiter zum Ötscherhias und von dort noch 1 h zur Bahnstation Erlaufklause.
  • Ganz sportliche gehen beim Ötscherhias noch 3 3/4″ weiter die Ötschergräben aufwärts bis zum Schutzhaus Vorderötscher und in weiterer Folge zur Bahnstation Mitterbach, was dann insgesamt eine 7 h Tour ist.

Vordere Ötschergräben

Beim Kraftwerk Wienerbruck schwenken wir nach rechts in die Vorderen Ötschergräben ein und wandern den hier in die Erlauf einmündenden Ötscherbach stromaufwärts. Hier rücken die Felsen schon deutlich enger zusammen und wir gehen teilweise mehrere Meter über dem Fluss am Hang, teilweise mit Halteseilen, jedoch sehr gut begehbar. Klare Quellen kommen aus dem Hang, eine gute Gelegenheit die Trinkflaschen nachzufüllen. Das Rauschen des Ötscherbaches zwischen den Engstellen und kleinen Katarakten begleitet uns die ganzen wildromantischen Ötschergräben hindurch.

Ein paar letzte Biegungen, der Ötscherhias kommt in Sicht und spornt nochmal an. Wir kehren für eine wohlverdiente Pause ein und stärken uns aus dem Angebot – Most, Suppe, belegte Brote, Kuchen, guter Kaffee – was will man mehr.

Zum Abarbeiten der konsumierten Leckereien geht es auf Weg 11A mit einem kurzen, steilen Anstieg aus den Ötschergäben heraus. Eine alte Wassermühle am Weg gibt noch ein schönes Fotomotiv. Oben beim Ausstieg gehen wir geradeaus weiter auf der Fahrstraße bis zur ersten Schleife, wo es links in 45′ gemütlich, zum Teil entlang des Erlaufstausees, zum Bahnhof Erlaufklause geht.



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